Kreisfachverband Leichtathletik Sächsische Schweiz - OsterzgebirgeKreisfachverband Leichtathletik Sächsische Schweiz - OsterzgebirgeKreisfachverband Leichtathletik Sächsische Schweiz - OsterzgebirgeKreisfachverband Leichtathletik Sächsische Schweiz - OsterzgebirgeKreisfachverband Leichtathletik Sächsische Schweiz - Osterzgebirge

Die 5. Volksbank-Hallenkreismeisterschaft war der perfekte und vor allem angemessene Rahmen unser Kampfrichter-Urgestein Wolfgang Thümer in den Kamprichter-Ruhestand zu verabschieden. Sehr emotional und mit vielen Weggefährten wurde Wolfgang mit den höchstmöglichen Auszeichnungen, persönlichen Wünschen und der ein oder anderen Träne aus den Kampfrichter-Diensten "entlassen". Auch wenn wir wissen, Wolfgang wird uns sicher bei dem ein oder anderen Wettkampf besuchen und dann von seinen Reisen berichten.

Die Ehrenplakette des Kreissportbund, der Pokal des Kreisfachverbandes, der Oskar der SG Freital-Weißig, ein Präsentkorb vom SC Freital, die liebevoll gestaltete Reisekasse der Kampfrichter und die Geldspende der Volksbank Pirna finden sicher einen Ehrenplatz bei Wolfgang

Vielen Dank an Andreas Hanßke für die nachfolgende Zusammenfassung des Lebenswerkes von Wolfgang Thümer und ja Wolfgang, du hast es mehr als verdient.

 

Wolfgang war ja in DVfL- Zeiten enger Mitstreiter in der legendären Dresdner Kampfrichtergilde um Stephan Götze, Volker Braun, Werner Fertig, Steffen Wittkowske, Jürgen Mantel und Werner Hilsky und auch stark eingebunden in die Vertretung des Bezirks Dresden im Zentralen Kampfgericht, das zusammen mit Werner Burkhardt, Jürgen Kollosche, Detlef Altmann, Uwe Bentsch, Hartmut Müller und Jürgen Stolp ein schlagkräftiges Team im Land und international war.

Es war damals nicht einfach, in diese Spitzengruppe aufzusteigen, weil es vor allem im Bezirk Dresden ein sehr starkes Bezirkskampfgericht mit weit über 800 Kampfrichtern gab, von denen viele die höchste Qualitätsstufe hatten. Das war der sehr guten Ausbildungstätigkeit zuzuschreiben, wofür damals viertägige Lehrgänge zur Obmann- und fünftägige Lehrgänge zur Schiedsrichter- Ausbildung nötig waren. Und die erreichte Qualifikation musste auch regelmäßig jedes Jahr bestätigt werden. Hierzu zählten nicht nur perfektes Fachwissen, sondern auch blütenweiße Kampfrichterkleidung und stets vorbildliches Auftreten gegenüber den Athleten, Trainern und Offiziellen bei den Wettkämpfen.

Für das Zentrale Kampfgericht gab es damals für jeden Bezirk eine Anzahl Plätze. Der Bezirk Dresden hatte da immer eine Warteliste, die 4x so lang war, wie der Bezirk Plätze besetzen durfte.

Ja, hier war Wolfgang immer dabei und viele Einsätze hatte er in hervorgehobenen Positionen oft im Sprung- und Wurfbereich.

Nicht zu vergessen der legendäre Windberglauf, bei dem Wolfgang beizeiten mit dabei war. Die Besonderheit damals: Hier wurden Kampfrichter nicht eingeladen - die waren immer da und haben den Windberg fast immer von selbst gefunden ;-)  (außer Jürgen Mantel, der ihn 1x vergeblich gesucht hatte). Hier gab es zwei Stoppuhren, die Zeiten wurden im Durchlauf angesagt und aufgeschrieben. Und die Zielgasse bestand aus zwei Kletterseilen, die von Kampfrichtern und Feuerwehr flexibel gehalten wurden - je nach Andrang im Ziel. Hier war das Abriss- Team tätig und  klaubte die Crosskarten von den Trikots der Läufer. Alles handgemacht, immer flink und perfekt. Und der Windberglauf lebt mit seiner 75. Auflage dieses Jahr immer noch -- auch dank der Aktivitäten von Wolfgang, der fast immer dabei war.

Wolfgang war immer auch schon weit vor Wettkampfbeginn auf dem Sportplatz und kümmerte sich um die Vorbereitung der Wettkampfanlagen, in Freital dann auch gern schon einen Tag vor dem Wettkampf. Man konnte sich einfach darauf verlassen, dass zum Wettkampfbeginn die Anlagen perfekt vorbereitet waren.

Lange Jahre hatte sich Wolfgang dann im Kreis bereit gefunden, auch noch den Kampfrichtereinsatz vorzubereiten, zu planen und dann am Wettkampftag zu leiten. Das hielt ihn aber nicht davon ab, selbst auch als Kampfrichter tätig zu sein - und das dann oft in der eher stressigen Position als Starter. Wer mal Freiluftwettkämpfe genauer beobachtet hat, der hat sicher feststellen können, dass der erste Wettbewerb mit einem Startschuss beginnt und der letzte mit einem Startschuss endet. Läufe sind immer - und immer den ganzen Wettkampftag lang. Da ist man schon froh, wenn man bei den abschließenden Rundenläufen dann kein "Fertig" mehr sagen muss. Man ist eh' schon fertig ;-).

Wünschen wir Wolfgang eine frohe Zeit ohne Wettkampfstress, mal einen Wettkampf genießen, die Beine hochlegen und sich freuen, dass seine Nachfolger von ihm gut gelernt haben und fast alles richtig machen.